PRO PRICARE

Allgemeinmedizin

Direktor:
Prof. Dr. med. Thomas Kühlein

Preventing Overdiagnosis in Primary Care (PRO PRICARE)

PRO PRICARE ist das Akronym für Preventing Overdiagnosis in Primary Care. Wir beschäftigen uns mit der Entwicklung und praktischen Umsetzung von Maßnahmen zur Verhinderung von Überversorgung. Das Netzwerk PRO PRICARE und drei dazugehörige Forschungsprojekte werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 2.1 Millionen Euro gefördert.

Was ist Überversorgung?

Überversorgung wird definiert als "Behandlung ohne klare medizinische Grundlage oder wenn die Risiken einer Therapie deren Vorteile übertreffen". Die Verwischung der Grenzen zwischen Risikofaktoren, Frühformen einer Krankheit und eigentlicher Erkrankung sowie die Fortschritte in der Medizintechnik, ärztlicher Unternehmergeist und ein zunehmender Gesundheitswahn bergen das Risiko einer "Krankheitsinflation". Zu Überversorgung zählen nicht notwendige diagnostische und therapeutische Maßnahmen. Für Patienten birgt das unnötige Risiken.

Ein Beispiel

Ein Beispiel ist der häufige Einsatz von bildgebenden Verfahren bei Rückenschmerzen, obwohl zahlreiche Studien gezeigt haben, dass diese Untersuchungen wenig hilfreich sind. Bei fast allen Personen mittleren Alters zeigen sich Veränderungen vor allem im Bereich der Lendenwirbelsäule auf, bei denen es sich jedoch um normale Verschleißerscheinungen handelt, die für das Leiden unter Umständen keine wesentliche Rolle spielen. Da vielfach CT oder Röntgen für die Diagnostik eingesetzt werden, wird der Patient einer unnötigen Strahlenbelastung ausgesetzt. Bildgebende Verfahren sollten daher nur eingesetzt werden, wenn wichtige Indikationen vorliegen.

Was wollen wir tun?

Zunächst sollen Patienten, die von Überversorgung bedroht sind, sowie medizinische Interventionen die keinen oder nur geringen Nutzen haben, identifiziert und dann Wege entwickelt werden, sie zu reduzieren. Die Verhinderung von Fehl- und Überversorgung ist eine zentrale Aufgabe des Hausarztes, der als Generalist und erster Ansprechpartner im Gesundheitssystem häufig den Eintrittspunkt für Patienten ins Gesundheitssystem darstellt und der die Betreuung über die Zeit gewährleistet.

Informationen zu unseren Projekten finden Sie hier:

ICF - Entwicklung eines Core Sets der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) für geriatrische Patienten in der Primärversorgung

ICE (Ideas, Concerns and Expectations) - Vorstellungen, Befürchtungen und Erwartungen. Umsetzung einer patientenzentrierten Kommunikation zur Vermeidung unnötiger Medizin

ACE (Adverse Cascade Effects) – Unerwünschte Kaskadeneffekte. Auslöser und Verlauf klinischer Behandlungspfade bei Patienten mit Schilddrüsenanomalien

Informationen für interessierte Bürger finden Sie hier:

Informationen

Informationen zur Koordinierungsstelle finden Sie hier:

Koordinierungsstelle

Informationen zu unseren Projektpartnern finden Sie hier:

Projektpartner

 
Kontakt

Allgemeinmedizinisches Institut

Universitätsstr. 29
91054 Erlangen

Telefon: 09131 85-31144
Fax: 09131 85-31141
E-Mail: karin.ertl@uk-erlangen.de

Postanschrift:

Postfach 2306
91012 Erlangen

Drei ineinandergeschachtelte Quadrate, das große äußere dunkelblau, das mittlere grün, das kleinste türkis. Ein gelber Pfeil führt vom äußeren Quadrat über das mitterle Quadrat zurück ins kleinste Quadrat.
Das Logo des Forschungsnetzwerks PRO PRICARE
 
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