Teilprojekt 1: ICF

Allgemeinmedizin

Direktor:
Prof. Dr. med. Thomas Kühlein

ICF - Entwicklung eines Core Sets der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) für geriatrische Patienten in der Primärversorgung

Worum geht es?

Der medizintechnische Fortschritt und eine Medizin, die dazu neigt über die Fokussierung auf die Krankheit (disease) das Leiden der Patienten (illness) aus dem Blick zu verlieren, nimmt die Überversorgung bei alten und hochbetagten Menschen zu.. Eine Priorisierung medizinischer Maßnahmen wird unvermeidlich. Das Kriterium für die Unterscheidung zwischen nützlich und weniger nützlich könnte die jeweilige Effektstärke einzelner Maßnahmen auf Erhalt oder Wiedergewinnung von Funktionalität sein. Dazu muss Funktionalität beschreibbar gemacht werden. Ein geeignetes Instrument dafür ist die International Classification of Functioning, Disability and Health (ICF). Allerdings ist die ICF durch ihre große Anzahl an Kodes zur Beschreibung eines Patienten unter Ärzten kaum verbreitet. Auch ist sie zu zu komplex, um unter den schnell getakteten Bedingungen der Hausarztpraxis angewandt werden zu können.

Was wollen wir tun?

Es werden dringend sogenannte ICF Core Sets benötigt. ICF core sets sind Listen mit ausgewählten ICF Kategorien, die zur Beschreibung der funktionalen Gesundheit für bestimmte Patientengruppen relevant sind. Mithilfe eines geeigneten Core Sets könnten die Auswirkungen medizinischer Maßnahmen bei alten Menschen überprüft werden. Unsere Annahme ist, dass die Konzentration auf die funktionelle Gesundheit gerade bei alten Patienten zur Reduktion von Überversorgung beitragen wird. Im Laufe der nächsten drei Jahren werden wir ein hausärztliches Core Set entwickeln.

Projektbeteiligte

Die Studie führt das Allgemeinmedizinische Institut in Kooperation mit dem Institut für Biomedizin des Alterns und dem Zentrum für medizinische Versorgungsforschung durch.

 
 
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Zusammenfassung