Leitbild

Allgemeinmedizin

Direktor:
Prof. Dr. med. Thomas Kühlein

Unser Leitbild

Eine aktuell drängende Herausforderung der Gesellschaft wird in der Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung von Patienten, vor allem im ländlichen Raum gesehen. Vor diesem Hintergrund förderte die bayerische Landespolitik die Einrichtung des Allgemeinmedizinischen Instituts als ersten regulären allgemeinmedizinischen Lehrstuhl Bayerns an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Wir, das Allgemeinmedizinische Institut, sehen uns deshalb im gesellschaftlichen Auftrag, dazu beizutragen, dass auch in Zukunft eine adäquate primärmedizinische Versorgung in Bayern gewährleistet werden kann. Als wissenschaftlicher Arm der hausärztlichen Profession, haben wir die Aufgabe, primärmedizinische Aufgaben zu definieren, deren Umsetzung zu analysieren und zurück in die Praxis zu übertragen.

Das derzeitige ambulante Versorgungssystem ist vom Bild eines in seine Organe "aufgesplitterten" Patienten geprägt, der im ökonomischen Wettstreit zwischen Hausärzten und niedergelassenen Fachspezialisten einer Gleichzeitigkeit von Unter-, Über- und Fehlversorgung ausgesetzt ist. Unsere Vision von einer ambulanten Versorgung der Zukunft ist der Wandel weg von Hausärzten und ärztlichen Fachspezialisten als selbstständige Einzelkämpfer, hin zu einem verantwortlichen multiprofessionellen Team für die primärmedizinische Patientenversorgung. Im Mittelpunkt dieses Teams sehen wir Fachärzte für Allgemeinmedizin, verantwortlich entlastet und unterstützt durch qualifizierte medizinische Fachangestellte, Krankenschwestern und andere Heilberufe, sowie beratende ärztliche Fachspezialisten. Diese Form von Primärmedizin verbindet dabei die Vorteile einer hochwertigen, standardisierten Medizin mit den Bedürfnissen individueller Patienten. Das Ziel unseres Ansatzes ist eine bestmögliche, wohnortnahe, primärmedizinische Versorgung für alle Patienten.

Mit dieser Vision sehen wir das Allgemeinmedizinische Institut in Übereinstimmung mit der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) und ihren Zukunftspositionen. Wir bekennen uns zu den Grundsätzen der World Organization of National Colleges, Academies and Academic Associations of General Practitioners and Family Physicians (Wonca). Darüber hinaus befürworten wir die Deklaration der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von Alma Ata aus dem Jahr 1978: Dort wurde eine funktionierende Primärmedizin als der beste Garant für das demokratische Prinzip der Gleichheit der Bevölkerung, angesichts ihres Menschenrechts, nach bestmöglicher Gesundheit zu streben, verankert. Die WHO bekräftigte diesen Grundsatz erneut im 'World Health Report' von 2008 - 'Primary Health Care, now more than ever'.

Die Aufgabe des Allgemeinmedizinischen Institutes sehen wir darin, die Vision einer primärmedizinischen Patientenversorgung im Detail zu entwickeln, exemplarisch umzusetzen und die Effekte für die Versorgung wissenschaftlich zu begleiten. Wir wollen nicht Hausärzte von außen beforschen, sondern verstehen uns selbst als Teil einer zukünftigen Primärversorgung, die wir gemeinsam mit dem ärztlichen und nicht-ärztlichen Nachwuchs in Richtung einer zukunftssicheren, adäquaten Primärversorgung für Patienten ermöglichen möchten. Eine starke Primärmedizin führt zu einer transparenten, kosteneffektiven und patientenorientierten Medizin, die ein attraktives Arbeitsfeld für junge Kolleginnen und Kollegen darstellt.

 
 
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Zusammenfassung