Laufend

Allgemeinmedizin

Direktor:
Prof. Dr. med. Thomas Kühlein

"Einführung des Entlassmanagements in der medizinischen Rehabilitation"

Masterand: Dominik Edel

Seit Inkrafttreten des Rahmenvertrags „Entlassmanagement-Reha“ vom 01.02.2019 sind stationäre Rehabilitationseinrichtungen dazu verpflichtet, Entlassmanagement für ihre Patienten durchzuführen. Nach einer Übergangsfrist bis zum 01.08.2019 wurden die nötigen Neuerungen umgesetzt.

Gut organisiertes Entlassmanagement spielt für die Zeit nach der Rehabilitation eine entscheidende Rolle. Es hat das Potential Versorgungslücken zu schließen, die medizinische und die pflegerische Versorgung zu optimieren und die Chance auf einen langfristigen Erfolg der Rehabilitationsmaßnahmen zu erhöhen. Mit der Einführung des Entlassmanagements steht die Klinik in der Verantwortung, die nach dem Reha-Aufenthalt erforderlichen medizinischen und pflegerischen Maßnahmen mit dem Patienten zusammen zu organisieren. Dazu gehört auch die Unterstützung bei der Beantragung von Leistungen der Krankenkasse und/oder Pflegekasse. Darüber hinaus kann die Rehabilitationseinrichtung nun eine Arbeitsunfähigkeit nach der Rehabilitation feststellen. Außerdem können  Leistungen wie Arzneimittel, Heilmittel, Hilfsmittel oder häusliche Krankenpflege für bis zu 7 Tage nach der Rehabilitation verordnet werden.

Diese neuen Verantwortlichkeiten erfordern eine interdisziplinäre Zusammenarbeit der Akteure innerhalb und außerhalt der Rehaklinik. Die erfolgreiche Umsetzung des Entlassmanagements ist nur möglich, wenn diese neuen und komplexen Prozesse standardisiert umgesetzt werden.

In Kooperation mit der VAMED Rehaklinik Ahrenshoop werden in der entstehenden Masterarbeit die bereits vorhandenen Prozesse des Entlassmanagements der Rehaklinik Ahrenshoop dargestellt. Daraufhin sollen unter dem Einfluss von Experteninterviews die dargestellten Prozesse standardisiert und optimiert werden, um ein nachhaltiges und effizientes Entlassmanagement sicherzustellen.

„Was erwarten Ärzte und Laien von Medikamenten gegen Osteoporose?“

Doktorandin: Anna Schlenz

Die Erwartungen von Ärzten und Patienten bezüglich medikamentöser Therapien ist oft unterschiedlich. In einer Online-Fragebogenstudie sollen medizinische Laien und Ärzte verschiedener Fachrichtungen einmalig befragt werden. Es geht darum, herauszufinden, was diese Personengruppen von Medikamente gegen Osteoporose erwarten.

Dabei sollen sich die Teilnehmer der Studie in die Situation eines Patienten/einer Patientin mit definiertem Risiko versetzen und entscheiden, ab welchem Therapieeffekt sie bereit wären ein Medikament mit vorbeschriebenen Nebenwirkungen einzunehmen. Außerdem geht es generell darum, ab welchem persönlichen Risiko für einen Knochenbruch die Probanden eine medikamentöse Therapie in Erwägung ziehen würden. Die Ärzte werden zusätzlich befragt wie sie den tatsächlichen Nutzen einer bestimmten Medikamentengruppe (Bisphosphonate) im Fallbeispiel einschätzen.

„Soziale Eingebundenheit junger Ärzt*innen im Zusammenhang mit den Seminartagen Allgemeinmedizin (SemiWAM) – eine quantitative Querschnittstudie“

Doktorandin: Eva Maria Loesch

Mit der Umsetzung des §75a des SGB V zur Einrichtung von Kompetenzzentren Weiterbildung wurde erstmalig der gesetzliche Auftrag gegeben, die Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin in Qualität und Effizienz zu verbessern. Neben der inhaltlichen Qualifizierung sollen die von der Koordinierungsstelle Allgemeinmedizin angebotenen „Seminartage Weiterbildung Allgemeinmedizin“ (SemiWAM) die Identifikation als Allgemeinmediziner*in und somit die Motivation für die Vollendigung der Facharztausbildung stärken.

Mittels eines quantitativen Fragebogens soll die soziale Eingebundenheit der Seminarteilnehmenden und deren potentiellen Zusammenhänge und Einflussfaktoren erfasst und analysiert werden. Die erwarteten Ergebnisse sind im Gesamtkontext der Weiterbildung zu diskutieren, in welchem die psychologischen Grundbedürfnisse, mit besonderem Fokus auf die soziale Eingebundenheit, berücksichtigt und bestmöglich gestärkt werden sollen.

„Entwicklung eines probabilistischen Netzwerks für klinische Behandlungspfade auf der Grundlage von Patientenkohortenmerkmalen, Outcome-Indikatoren und klinischer Workflow-Analyse zur Erstellung künstlicher Patienten mit prostatischen Adenokarzinomen“

“Development of a probabilistic network for clinical pathways based on patient cohort characteristics, outcome-indicators and clinical workflow analysis to create artificial patients with prostatic adenocarcinoma”

Masterandin: Andrea Riedel (Studiengang: Medical Process Management)

Aufgrund der ständigen Entwicklung in der Medizin existiert eine große Spannbreite an Diagnostik- und Therapiemöglichkeiten für verschiedenste Erkrankungen. Wie kann der technische Fortschritt in der Digitalisierung helfen, verschiedene individuelle Patienteninformationen in die Behandlungsentscheidung einfließen zu lassen? Kann ein Zusammenspiel zwischen klinischen Entscheidungshilfen und evidenzbasierten Leitlinien zur Patientenstratifizierung technisch umgesetzt werden?

Die entstehende Masterarbeit im Studiengang Medical Process Management erfolgt in Kooperation mit Siemens Healthineers. Das Hauptaugenmerk der Arbeit liegt auf der Generierung eines probabilistischen Netzwerks, um anschließend künstliche Prostatakrebspatientendaten erzeugen zu können. Dieses Netzwerk, welches auf aktuellen Studiendaten basiert, soll eine Klassifikation von realitätsnahen Patienten ermöglichen. Die Klassifikation erfolgt hinsichtlich ihrer Charakteristika, Leitlinienadhärenz oder -abweichung der Behandlung sowie der resultierenden Outcome-Indikatoren. Das abschließend entwickelte probabilistische Netzwerk wird Teil der virtuellen Klinik zur Entwicklung und Testung verschiedenster digitaler Produkte sein.

„Strukturierung von Pflichtpraktika im Medizinstudium und deren Auswirkung auf den subjektiven Kompetenzerwerb“

Doktorandin: Madeleine Zeitler

Die aktuelle „medizinische Lehrlandschaft“ befindet sich im Umbruch. Neue Vorgaben, wie der Masterplan 2020, stellen neue Herausforderungen an die medizinische Lehre. In der Medizindidaktik wird die Frage nach ärztlichem Kompetenzerwerb und wie dieser bestmöglich erreicht werden kann diskutiert.

Eine wichtige Säule in der medizinischen Ausbildung stellen hierbei Praktika dar. Häufig finden sich hierfür in Kliniken und Praxen jedoch keine klaren Strukturen oder Konzepte. Kompetenzerwerb wird nicht aktiv reflektiert und erlebt. Dies führt nicht selten zu Frustration auf Seite Lehrender und Lernender.

Im Rahmen des BeLA- Projektes (Beste Landpartie Allgemeinmedizin), wird in beteiligten Kliniken und hausärztlich tätigen Praxen ein Logbuch für klinische Praktika entwickelt, individuelle Lernziele definiert und eine klare Feedbackstruktur etabliert.  

In dieser begleitenden Forschungsarbeit sollen subjektive Parameter des Kompetenzerwerbes im klinischen Alltag- bei klarem Konzeptrahmen- während der Pflichtpraktika im klinischen Studienabschnitt erhoben und untersucht werden.

"Das Patientengespräch im Simulationstraining"

Doktorandin: Anna-Lena Seiler

Das vertrauensvolle Gespräch mit dem Patienten ist eine ärztliche Kernkompetenz und findet in der medizinischen Ausbildung zunehmende Beachtung. Doch wie lässt sich diese Kompetenz nachhaltig vermitteln und was macht eine gelungene Kommunikation genau aus?

Ziel dieser Arbeit ist die Exploration der häufig in diesem Kontext genannten „zwischenmenschlichen Fähigkeiten“. Inter- und Intrarollenkonflikte, welche in der beruflichen Identitätsfindung von Medizinstudierenden durchlaufen werden, sollen Gegenstand unserer Analyse sein. Die Basis hierfür liefert das Kommunikationstraining mit Simulationspatient*innen, bei welchem Studierenden Kommunikationskompetenzen mit Hilfe von Schauspieler*innen in der Patientenrolle vermittelt wird. Wir werden dieses Training autoethnographisch sowohl aus der Perspektive der Studierenden, als auch der Simulationspatientin bearbeiten.

"Überversorgung aus Perspektive des Hausarztes"

Doktoranden: Kathrin Alber und Maximilian Pausch

Das Thema Überversorgung findet zunehmend Eingang in die gesundheitswissenschaftliche Diskussion. Ziel ist es Überversorgung zu erkennen und zu verhindern. Vor diesem Hintergrund hat sich das Konzept der Quartären Prävention etabliert. Quartäre Prävention ist die „Verhinderung unnötiger, potenziell schädlicher Medizin, die Verhinderung von Überdiagnostik und Übertherapie“. Patienten, die von Überversorgung bedroht sind, sollen erkannt werden, ebenso wie Versorgungselemente, die keinen Nutzen haben. Quartäre Prävention wird als zentrale Aufgabe des Hausarztes angesehen, der als erster Ansprechpartner im Gesundheitssystem am Anfang eines potentiellen Prozesses der Überversorgung steht.

1. Qualitative Interviewstudie (Kathrin Alber). In Einzelinterviews mit Hausärzten aus der Region soll untersucht werden, welche Meinungen, Einstellungen, Begründungen und Handlungsstrategien auf Seiten der Hausärzte im Hinblick auf Überversorgung und Quartäre Prävention vorliegen.

2. Quantitative Befragung (Maximilian Pausch). In der qualitativen Studie wurde bereits ein erstes Bild zu Meinungen und Handlungsstrategien auf Seiten der Hausärzte erfasst. Dieses Bild soll nun anhand einer größeren Stichprobe quantifiziert werden.

"Welche Erfahrungen machen PJ-Lehrärzte mit Didaktikschulungen? - Eine qualitative Befragung von Hausärzten"

Doktorandin: Louisa Hecht

Durch den zunehmenden Nachwuchsmangel in der Allgemeinmedizin gewinnt das praktische Jahr (PJ) in diesem Fach an Bedeutung. Um die Qualität des praktischen Jahres zu sichern, gab es in letzter Zeit immer mehr Bestrebungen, die entsprechenden Lehrärzte mit Hilfe von Schulungen auf ihren Aufgabenbereich vorzubereiten. Ziel dieser Arbeit im Bereich der Lehr- & Didaktikforschung ist, die Erfahrungen der PJ-Lehrärzte zu sammeln, welche sie mit ebendiesen Schulungen und deren Transfer in den Praxisalltag gemacht haben. Die Ergebnisse sollen zur Optimierung der Konzeption von Didaktikschulungen genutzt werden.

„Was mache ich da eigentlich jeden Tag? - Versorgungsqualität von Patienten mit Asthma und COPD in der Hausarztpraxis"

Doktorand: Korbinian Saggau

Was genau ein Hausarzt in der Behandlung seiner Patienten richtig macht und wo Verbesserungsbedarf besteht, ist mit Hilfe der Praxissoftware oder des Disease Management Programmes (DMP) der Krankenkassen für den normalen Arzt nicht herauszubekommen. Wir versuchen am Beispiel von Asthma und COPD den deutschen Hausärzten diese Mittel in die Hand zu geben. Diese Arbeit soll zeigen, was wichtig für den einzelnen Patienten ist, und einen Weg aufzeigen, wie Ärzte diese Parameter ermitteln und daraufhin positiv beeinflussen können.

"Modellpraxis MVZ Eckental – Bessere Arbeitsbedingungen für den hausärztlichen Nachwuchs. Eine Befragung zur Zufriedenheit mit Arbeitsorganisation und Praxisstruktur"

Doktorandin: Caroline Maxime Sepp

Der Hausarzt im ländlichen Raum findet keinen Nachfolger mehr. Das Image des Einzelkämpfers mit hoher Arbeitsbelastung, oft in wirtschaftlicher und fachlicher Konkurrenz zu niedergelassenen Spezialisten, schreckt ab. Junge Ärztinnen und Ärzte sehen ihren Wunsch nach flexiblen Arbeitsbedingungen bei ausgeglichener Work-Life-Balance und das Bedürfnis in einem interprofessionellen Behandlungsteam zu arbeiten nicht erfüllt. In Gruppenpraxen, wie Medizinischen Versorgungszentren, wurden dafür bereits strukturelle Voraussetzungen geschaffen. Die Arbeitsbedingungen sind jedoch inhaltlich noch nicht an das Arbeiten im Behandlungsteam angepasst. In einem vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege geförderten Projekt werden Versorgungskonzepte entwickelt, die helfen diese inhaltlichen Bedingungen für flexible Arbeitsbedingungen zu schaffen. In einer qualitativen Studie sollen die Praxismitarbeiter zur ihren Erwartungen und zur Zufriedenheit mit den veränderten Strukturen befragt werden.

"Antibiotika bei Atemwegsinfekten: Welche arzt- und patientenseitigen Faktoren sind mit einer Verordnung assoziiert? Analyse von Routinedaten der KV Bayern"

Doktorand: Frederik Woll

Bei Atemwegsinfektionen werden häufig zu viele Antibiotika verordnet. Studien zeigen, dass das Verordnungsverhalten durch ein komplexes Zusammenspiel arzt- und patientenseitiger Faktoren beeinflusst ist. Anhand von Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern soll untersucht werden, welche arzt- und patientenseitigen Faktoren mit einer Antibiotikaverordnung assoziiert sind. Besonderer Fokus liegt auf der Analyse des Faktors „Komorbidität“. Zur Vorhersage von Krankheitsverlauf und Mortalität wurden Scores entwickelt, die die Komorbidität des Patienten einschätzen sollen. Es existieren eine Vielzahl unterschiedlich Komorbiditätsscores. Es ist unklar, welcher Score sich für die Anwendung mit Routinedaten aus der ambulanten Versorgung eignet.

"Überversorgung aus Sicht von Patienten"

Doktorandin: Josephine Reymann

Kampagnen wie „Choosing Wisely“ greifen das Thema Überversorgung auf und in richten sich in populärwissenschaftlich aufbereiteten Beitragen gezielt an Bürger und Patienten. Aber: Was bedeutet Überversorgung eigentlich für die Menschen? In dieser Studie sollen Patienten und Bürger befragt werden, ob und wie sie Überversorgung wahrnehmen, ob es für sie eine Rolle spielt und wie sie mit dieser Diskussion umgehen.

Link zu Choosing Wisely

"Analyse der häufigste Beratungsanlässe bei Akupunkturbehandlungen in TCM- und Allgemeinmedizinpraxen." Eine quantitative Studie

Doktorandin: Sandra Löschel

Akupunktur ist die Einzelmethode der alternativen Medizin mit größtem Zustrom an Patienten und größtem Einzelposten bei den Ausgaben der GKV und PKV. Auch die Zusatzweiterbildung Akupunktur unter Ärzten erfreut sich einer steigenden Nachfrage. Das Bundesministerium für Gesundheit will Forschungsgelder für Erkrankungen, die besonders häufig mit nicht-schulmedizinischen Methoden behandelt werden, zur Verfügung stellen. Hierfür werden Studien gewünscht, die Nutzen für Patienten zeigen. In dieser Studie sollen Patienten befragt werden, mit welchen Beratungsanlässen sie entweder eine reine TCM-Praxis oder eine Allgemeinmedizinpraxen mit dem Zusatzangebot Akupunkturbehandlung aufsuchen. Auch soll untersucht werden, ob eine Selektion durch den Arzt oder Patienten stattfindet und ob sich zwischen den Praxen Unterschiede in der Symptomstärkereduktion zeigen lassen.

„Warum zum Hausarzt?“. Bedeutung des Allgemeinmediziners in der Gesundheitsversorgung des Einzelnen. Eine qualitative Studie

Doktorandin: Zawa Othmann

In einer Befragung des Gesundheitsmonitors gaben 90% an, einen Hausarzt zu haben. Wiederum 60% dieser Befragten erklärten auch bei Gesundheitsproblemen gleich ohne Konsultation des Hausarztes direkt zum Facharzt zu gehen. Welche Bedeutung hat nun der Hausarzt für die Menschen eigentlich? Ziel der Arbeit soll sein herauszufinden, welchen Stellenwert der Hausarzt in der Gesundheitsversorgung einnimmt, welche Rolle er in einem System freier Arztwahl innehat und welche Kompetenzen ihm von seinen Patienten zugeschrieben werden. Um sich diesem Thema offen und explorativ anzunähern wird ein qualitatives Studiendesign gewählt.

 
Kontakt Forschung

Allgemeinmedizinisches Institut - Forschung

Dr. phil. Susann Hueber

Universitätsstr. 29
91054 Erlangen

Sekretariat:

Karin Ertl

Telefon: 09131 85-31140
Fax: 09131 85-31141
E-Mail: allgemeinmedizinatuk-erlangen.de

Postanschrift:

Postfach 2306
91012 Erlangen


Forschungsbericht

Hier können Sie den Forschungsbericht des Jahres 2019 herunterladen.