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BeLA - SummerSchool in Kulmbach / Stadtsteinach

BeLA - SummerSchool in Kulmbach / Stadtsteinach

BeLA Nord bringt Studierende nach Kulmbach

Um junge Menschen für den Arztberuf in der Kulmbacher Region zu gewinnen, hat das Klinikum in Zusammenarbeit mit niedergelassenen Hausärzten jetzt eine weitere Initiative ergriffen. Das Klinikum hat Medizinstudierende aus Erlangen zu einer Summer School mit Schwerpunkt Geriatrie eingeladen.  Ziel war es, ärztlichen Nachwuchs auf Kulmbach als  möglichen Arbeitsplatz aufmerksam zu machen. Gut 40 Studierende der Uni Erlangen haben dieses Angebot genutzt. Das dreitägige Informationsprogramm umfasste Klinikführungen in Kulmbach und der Fachklinik Stadtsteinach, Fachvorträge und Workshops. Dabei kam auch die Vorstellung des Kulmbacher Lands nicht zu kurz. Landrat Klaus Peter Söllner zeigte sich von der Premiere der Summer School zufrieden: „Die völlig unerwartete Resonanz hat mich beeindruckt. Die jungen Leute waren von unserem Programm begeistert. Das zeigt uns, wir sind auf dem richtigen Weg. Nach diesem Erfolg denke ich mir, dass der eine oder andere sich tatsächlich für eine ärztliche Tätigkeit in unserem Landkreis entscheiden wird.“

Das hofft auch die Geschäftsführerin des Klinikums Kulmbach, Brigitte Angermann. Das Klinikum unternehme schon seit Jahren zahlreiche Anstrengungen, junge Ärzte für Kulmbach zu gewinnen. Ein Stipendiatenprogramm und auch die Kooperation mit den Hausärzten im Bereich der Ausbildung von Allgemeinmedizinern führt Angermann als Beispiele an. Die Summer School komme nun noch hinzu. „Die jungen Leute waren unheimlich interessiert. Das zeigt das Interesse am Beruf und auch an unserer Region.“ Angermann würde sich freuen, wenn möglichst viele ihre Allgemeinmedizinerausbildung in Kulmbach machen und sich dann auch in der Gegend niederlassen. Ohne besondere Anstrengungen gehe es heutzutage nicht mehr, wenn man Ärzte gewinnen will. „Wir brauchen Events für den Nachwuchs, bei denen neben dem Fachlichen auch kulturelles Programm angeboten wird. Wir müssen auch das Umfeld positiv präsentieren, denn es ist nicht der Beruf allein entscheidend. Auch das Umfeld muss passen. Das ist uns mit einem Besuch auf dem Altstadtfest und traumhaftem Wetter gut gelungen.“

Im Rahmen des BeLA-Programms (Beste Landpartie Allgemeinmedizin), einem Förderprogramm der Bayerischen Staatsregierung für Medizinstudierende des Universitätsklinikums Erlangen, warb Landrat Söllner für den Standort Kulmbach. Ihm liege es besonders am Herzen, den ärztlichen Nachwuchs am Klinikum Kulmbach und der Fachklinik Stadtsteinach zu fördern und damit für eine Belebung des Lebens- und Wirtschaftsraumes Kulmbach zu sorgen. „Wir können stolz auf unser Klinikum sein. Wir zeichnen uns durch fachliche Exzellenz und technisch modernste Ausstattung aus, was unser Klinikum gerade für junge  Ärzte zu einem äußerst attraktiven Arbeitsplatz macht. Darüber hinaus haben wir in Kulmbach, im Herzen Oberfrankens, für junge Menschen und junge Familien zahlreiche Vorteile zu bieten. Sie können in einem familiären und sehr freundlichen Arbeitsumfeld eine herausragende Arbeit leisten, in malerischer Umgebung die oberfränkische Natur genießen und hier einen traumhaften Ort zum Wohnen finden.“

Für die Studierenden ging es an diesem Wochenende im Schwerpunkt um den Bereich der Geriatrie. Unter der Anleitung von Dr. Ute Moreth, Leitende Ärztin an der Fachklinik Stadtsteinach, durchliefen die Studierenden mehrere Workshops. So konnten spezielle Body-Suits angelegt werden, die einen steifen Körper simulieren sollen, wie ihn ältere Patienten häufig erleben. Manschetten und Gurte am Körper sorgten dafür, dass die jungen Studierenden plötzlich große Probleme hatten, aus einem Rollstuhl wieder aufzustehen oder Treppen zu steigen. „Sich in die Patienten hineinzuversetzen, Empathie und Mitgefühl aufzubringen und ihr Leiden ganzheitlich zu verstehen, ist unser größtes Anliegen bei der Betreuung der Patienten“, schildert ein Physiotherapeut der Fachklinik, der die Studierenden im Workshop begleitete.

Darüber hinaus konnten Simulationsbrillen getestet werden, die ein Gefühl dafür geben, wie sich ein Leben mit Netzhautablösung, grauem Star oder einer Makuladegeneration auswirkt.

Einen Gang weiter wurde der Bereich Psychologie in einem Entspannungs-Workshop behandelt. Die Gruppenteilnehmer konnten in einer gedanklichen Reise lernen, wie sie sich von psychischen Belastungen befreien und dem Gedankenkarussell entkommen können.

Bei einem gemeinsamen Abendessen konnten sich die Studierenden gemeinsam mit Brigitte Angermann und Klaus Peter Söllner austauschen.

Prof. Dr. Thomas Bohrer, Leitender Arzt für Thoraxchirurgie am Klinikum Kulmbach, informierte die Studierenden über philosophische Aspekte in der ärztlichen Tätigkeit. Prof. Dr. Bohrer setzt sich sehr für einen intensiven Austausch mit Patienten ein: „Das Arztgespräch wird heutzutage leider nicht mehr so ausführlich abgehalten, wie es eigentlich erforderlich wäre. Hier stehen pekuniäre Gründe vor den humanitären, und dem will ich entgegenwirken. Ich möchte Sie dafür sensibilisieren, dass ein Arztgespräch mit einem Patienten unabdingbar ist. Es ist wichtig für die Genesung eines Patienten, sich mit ihm zu unterhalten, wirklich für ihn da zu sein“, erklärt Prof. Dr. Bohrer.

Dr. Volker Seitter, Allgemeinarzt der Gemeinschaftspraxis Seitter & Tischer aus Thurnau, brachte den Studierenden näher, welchen Stellenwert die Geriatrie auch in der hausärztlichen Versorgung hat.

Anja Lorenz, Oberärztin für Unfallchirurgie am Klinikum Kulmbach, stellte in ihrem Vortrag den Bereich Orthogeriatrie vor. Theresa Bittermann, Fachärztin in Weiterbildung in der Gemeinschaftspraxis Seitter & Tischer, hielt einen Fachvortrag zu dem Thema Schwindel.

Einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Bereiche im Klinikum Kulmbach erhielten die Studierenden durch die Geschäftsführerin Brigitte Angermann. Im Rahmen einer Führung konnten sich die Nachwuchsärzte ein Bild vor Ort machen. Im Anschluss wurde den Studierenden in Kleingruppen ein Einblick in die Arbeit eines Hausarztes im Bereich diverser Pflegeheime im Landkreis Kulmbach geboten.

Für Anja Tischer, die als Hausärztin in Thurnau und Untersteinach arbeitet, fiel die Bilanz durchweg positiv aus: „Ich bin total begeistert, dass so viele junge Studierende aus allen Bereichen nach Kulmbach gekommen sind. Ich glaube, wir haben ein sehr gutes Programm geboten, die Rückmeldung war positiv. Ich habe gute Hoffnung, dass wir in Zukunft in der Region gute Ärztinnen  und Ärzte bekommen werden.“

 

Pressemitteilung des Klinikum-Kulmbachs; Artikel in der Frankenpost