Laufende Abschlussarbeiten
Verwendung visualisierter Gesundheitsinformation als Adhärenz steigernde Methode in der hausärztlichen Patientenversorgung?
Doktorandin: Verena Schäffer
Online Risiko-Rechner, Modelle von Wirbelsäulen, Aufklärungs-Broschüren oder handschriftliche Skizzen - es existieren die verschiedensten Methoden und Materialien, die Ärztinnen und Ärzte in ihren Gesprächen mit Patientinnen und Patienten zur Visualisierung von Gesundheitsinformation nutzen können.
Im Rahmen dieser Doktorarbeit möchten wir die vorhandenen Methoden kategorisieren und anhand einiger Beispiele näher beschreiben. Ziel ist es, die Verfügbarkeit visualisierter Gesundheitsinformation sowie ihre Anwendbarkeit für die hausärztliche Versorgung zu erfragen und eine mögliche Auswirkung auf die Patientinnen und Patienten im Sinne einer Adhärenzsteigerung zu untersuchen.
Dabei werden sowohl eine quantitative Befragung mittels Fragebogen als auch leitfadenbasierte Interviews mit Hausärztinnen und Hausärzten zur Anwendung kommen.
Entwicklung und Implementierung eines Flipped Classroom Konzeptes zur Begleitung des Blockpraktikums
Doktorand: Tobias Langer
Der Ablauf des Blockpraktikums wird ab diesem Semester durch ein Online-Seminar im Flipped-Classroom-Format zu wichtigen Aspekten der hausärztlichen Praxis ergänzt. Um die Lehrqualität und den Lernerfolg der Studierenden weiter zu verbessern, soll diese Änderung mittels anonymisierter Umfragen von Lehrenden und Studierenden ausgewertet werden. Die erhobenen Daten werden sowohl der Lehrevaluation dienen, als auch der weiteren Beforschung im Rahmen einer Promotionsarbeit.
Bei Fragen hierzu wenden Sie sich bitte an Blockpraktikum.AM(at)uk-erlangen.de.
Auswirkungen auf die Versorgung durch die H-Überweisung
Doktorand und Doktorandinnen: Yannik Weber, Katharina Albrecht, Lina Koch
Zum Januar 2023 wurden die Zuschläge zur Vermittlung eines zeitnahen Termins bei einer Gebietsärztin bzw. Gebietsarzt oder Psychotherapeutin bzw. Psychotherapeuten durch die Hausarztpraxis erhöht. Für Patientinnen und Patienten, die durch eine solche H-Überweisung vermittelt wurden, erhalten die Gebietsärztinnen bzw. -ärzte und Psychotherapeutinnen bzw. Psychotherapeuten für die Versorgung in dem Quartal eine extrabudgetäre Vergütung. Ziel des Projekts ist es, diese Regelung zu evaluieren. Hierbei soll in einem mixed-methods Studiendesign die Perspektiven der beteiligten Arztgruppen eingeholt und analysiert werden.
Abgleich der Versorgungsrealität adipöser Patientinnen und Patienten im ländlichen Raum im Rahmen des Projektes HAPpEN
Doktorandin: Antonia Baldauf
Die Prävalenz der Erkrankung Adipositas stieg im letzten Jahrzehnt weiter an, da bereits die Hälfte der erwachsenen Frauen und 65 % der Männer in Deutschland übergewichtig sind, bedarf es neuer und effektiver Programme zur Adipositas-Prävention und Therapie. Im Rahmen der Pilotstudie HAPpEN soll ein an der Universität Bayreuth angesiedeltes Hausarztzentriertes Adipositaspräventionsprogramm zum Einsatz kommen. Um die Relevanz eines solchen Projektes besser einschätzen zu können soll durch eine quantitative Studie die Ist-Situation der Adipoitasversorgung im ländlichen Raum Bayerns erfasst werden. Zudem sollen anhand leitfadengestützter Einzelinterviews mit Hausärztinnen und Hausärzten aktuelle Lücken in der Versorgung von Adipositas im ländlichen Raum dargestellt werden.
Evaluation des Patientenblatts: “Koronare Herzkrankheit: Brauche ich eine Herzkatheter-Untersuchung?” Eine quantitative Befragung von Patient*innen.
Doktorandin: Romy Schilling
Die Aufklärung von Patientinnen und Patienten über diagnostische Interventionen und ihrer Alternativen sind eine zentrale ärztliche Aufgabe. Evidenzbasierte Entscheidungshilfen können wertvolle Hilfsmittel sein. Bei Verdacht auf eine koronare Herzkrankheit wird im Falle einer bevorstehenden Herzkatheteruntersuchung die Nutzung einer solchen Entscheidungshilfe empfohlen. Das dafür verfügbare Patientenblatt der NVL KHK [HS1] wurde erst kürzlich aktualisiert.
Bisher ist nicht bekannt, wie das Patientenblatt verstanden wird und ob es den Entscheidungsprozess unterstützt. Ziel der Studie ist die Evaluation des Patientenblattes und die Beschreibung des Entscheidungsverhaltens für oder gegen eine Herzkatheteruntersuchung.
Wie gelingt die Einführung des eRezeptes in Deutschland? Eine qualitative Studie mit Hausärzt*innen.
Doktorandin: Johanna Brunner
Jeden Tag stellen Hausärztinnen und Hausärzte dutzende Rezepte für ihre Patientinnen und Patienten aus. Um diesen Prozess einfacher und sicherer zu machen, wurde im Rahmen der Digitalisierung im Gesundheitswesen die Einführung eines elektronischen Rezeptes beschlossen. Im Jahr 2021 begann eine Testphase zum eRezept und seit Herbst 2022 wird dieses gestaffelt in verschiedenen Regionen in Deutschland eingeführt.
Mithilfe von leitfadengestützten Interviews soll untersucht werden, wie dieser Prozess von den Hausärztinnen und Hausärzten wahrgenommen wird und welche Treiber und Barrieren sie bei der Einführung des eRezeptes und dessen Implementierung ausmachen können.
Einflussfaktoren auf die hausärztliche Beratung zur Annahme von lebensverlängernden Maßnahmen bei Erstellung einer Patientenverfügung – eine Fragebogenstudie.
Doktorandin: Katrin Schöffel
Obwohl die medizinische Versorgung am Lebensende und deren Planung zunehmend an Bedeutung gewinnen, verläuft der Prozess der Erstellung einer Patientenverfügung– mit oder ohne medizinische Begleitung - meist nicht standardisiert und mit geringer Einbindung von verfügbaren wissenschaftlich Daten. Um hier Abhilfe zu schaffen, sollen Hausärztinnen und Hausärzten zukünftig Tools an die Hand gegeben werden. Mit diesen können Konsultationen zur Erstellung von Patientenverfügungen erleichtert und Beratungen auf Basis wissenschaftlicher Evidenz gestützt werden.
Für die Erstellung dieser Hilfsmittel sollen die wichtigsten Einflussfaktoren und deren Gewichtung auf die ärztliche Beratung zu lebensverlängernden Maßnahmen – insbesondere der mechanischen Ventilation bei Beatmungspflichtigkeit - bei anlassloser Erstellung einer Patientenverfügung mittels Fallvignetten-Analyse ermittelt werden.
Wahrnehmung von Überversorgung aus Sicht von Therapeut*innen. Eine qualitative Studie.
Doktorand: Benedikt Stelzner
Das Problem der Überversorgung ist bisher in zahlreichen Studien belegt worden. Zu viele medizinische Leistungen ohne hinreichend belegten Nutzen können Patientinnen und Patienten sowohl physisch wie auch psychisch schaden. Bisher wurde vor allem die Sichtweise von Ärztinnen bzw. Ärzten und Patientinnen bzw. patienten untersucht. Neue Studien belegen jedoch, dass das Problem der Überversorgung ebenso bei Therapeutinnen und Therapeuten eine Rolle spielt. Um unnötige Behandlungen zu reduzieren und somit Kosten einzusparen, müssen möglichst alle im Gesundheitssystem beteiligten Personen mit eingebunden werden.
In dieser Studie soll die Wahrnehmung von Überversorgung bei Therapeutinnen und Therapeuten exploriert werden: Was verstehen Therapeutinnen und Therapeuten unter Überversorgung, welche Erfahrungen wurden damit gemacht und welche Gründe machen sie dafür verantwortlich? Mittels leitfadengestützten Einzelinterviews werden Therapeutinnen und Therapeuten aus dem Bereich Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie zum Thema befragt. Anschließend erfolgt eine qualitative Auswertung.
Stelzner B., Rink L., Kühlein T., Sebastião M. (2025). "‘Harm? I don’t think so!’: medical overuse from the perspective of allied health professionals in Germany – a qualitative study." BMJ Open 15(11): e102991. Link
Wahrnehmung und Erleben der interprofessionellen Zusammenarbeit in der ambulanten Versorgung aus Patientenperspektive – eine qualitative Interviewstudie.
Doktorandin: Christiane Waizner
Im ambulanten Sektor übernehmen Hausärztinnen und Hausärzte eine zentrale Rolle bei der Versorgung chronisch kranker Patient*innen. Gerade multimorbide Patientinnen und Patienten mit chronischen Erkrankungen werden oftmals von verschiedenen Akteuren des Gesundheitswesens betreut und sind auf deren interprofessionelle Zusammenarbeit angewiesen. Aber wie erleben Patientinnen und Patienten derzeit ihre Gesundheitsversorgung? Findet eine Zusammenarbeit der verschiedenen Berufsgruppen statt? Was könnte verbessert werden? Diesen und anderen Fragen wird in Leitfadengestützten Online-Interviews nachgegangen. Dabei wird die Wahrnehmung und das Erleben von interprofessioneller Zusammenarbeit aus der Perspektive der Patientinnen und Patienten ermittelt. Ziel der Arbeit soll dabei sein, aus Anregungen der Patientinnen und Patienten ein Konzept für die ambulante Versorgung zu entwickeln.
Sebastião M., Hoffmann F. H., Waizner C., Wheeler S., Kühlein T. (2025). "Interprofessional case conferences as a future model of care: Opportunities, barriers and ideas for implementation – A qualitative study with patients, nurses, physiotherapists, pharmacists and physicians." Journal of Interprofessional Education & Practice 41: 100776. Link



