Laufend

Allgemeinmedizin

Direktor:
Prof. Dr. med. Thomas Kühlein

„Interprofessionelle Zusammenarbeit aus Sicht der Hausärzt*innen in Bayern – eine qualitative Studie“

Doktorandin: Sara Wheeler

Die Hausarztmedizin steht vor großen Herausforderungen, die Versorgung – vor allem in ländlichen Gebieten – auch in Zukunft noch flächendeckend sicherzustellen. Um Kapazitätsengpässen entgegenzuwirken, bedarf es neuer Konzepte. Eine mögliche Lösung ist die Durchführung von interprofessionellen Fallbesprechungen, wie es teilweise in anderen Ländern schon gemacht wird.

Mit Hilfe von leitfadengestützten Fokusgruppen und Einzelinterviews soll herausgefunden werden, wie Hausärzt*innen in Bayern im Hinblick auf Interprofessionalität aktuell arbeiten, sowie ihre Meinung und Erfahrungen zu interprofessionellen Fallbesprechungen. Es gilt vor allem herauszufinden, für welche Patient*innen Fallbesprechungen relevant wären und ob diese im Alltag umsetzbar sind. Es sollen Ärzt*innen aus städtischen und ländlichen Gebieten befragt werden, um mögliche Unterschiede feststellen zu können.

 

Auswirkungen organisatorischer Veränderungen und Umstrukturierungen auf das psychische Wohlbefinden hausärztlicher Praxisteams am Beispiel der Corona-Pandemie

Masterandin: Laura Dlugosch

Zur Eindämmung der sprunghaften Verbreitung des neuartigen „SARS-CoV-2“ Virus und Aufrechterhaltung der Patientenversorgung in der Pandemie sind ein dynamisches Handeln sowie eine flexible Anpassung der bisherigen Praxisstrukturen in der hausärztlichen Praxis notwendig. Dies stellt das Praxispersonal vor neue Herausforderungen. So stellt sich die Frage, wie diese gesundheitspolitisch bedingten, organisatorischen Veränderungen des Praxisalltags von dem medizinischen Personal in der Hausärztlichen Praxis subjektiv wahrgenommen werden. Folgende Hauptforschungsfrage gilt es zu beantworten: Wie beeinflussen organisatorische Umstrukturierungen am Beispiel der Corona-Pandemie das psychische Wohlbefinden hausärztlicher Praxisteams?

Während in bisherigen Studien, die sich mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die psychische Gesundheit von Mitarbeitern in der Patientenversorgung befassten, eher der Fokus auf das medizinische Personal im stationären Bereich gelegt wurde, soll im Rahmen dieser Arbeit der ambulante, hausärztliche Versorgungsbereich betrachtet werden. Insbesondere die Perspektive des medizinischen Fachpersonals in den niedergelassenen Praxen findet bislang unzureichend Beachtung.

Zur Beantwortung der Forschungsfrage wird eine qualitative Interviewstudie durchgeführt, in der Hausärzt*innen und medizinische Fachangestellte hausärztlicher Praxen zur beschriebenen Thematik befragt werden.

 

Welchen Einfluss hat Stress auf ärztliche Kommunikation?

Bachelorandinnen Psychologie: Chiara Reck und Katharina Linden

Die Arzt-Patienten-Kommunikation, beispielsweise im Anamnesegespräch, nimmt eine wichtige Rolle in der Behandlung von Patient:innen ein. Der stressige Berufsalltag kann sich neben den körperlichen und psychischen Folgen chronischer Stressbelastung auch in akuten Stressreaktionen äußern. Stress kann sich negativ auf die Leistung der Mediziner:innen auswirken. In diesem Projekt soll untersucht werden, ob und wie sich ein akuter psychosozialer Stressor auf das affektive und instrumentelle Kommunikationsverhalten angehender Ärztinnen und Ärzte im Anamnesegespräch auswirkt und welche Rolle die chronische Stressbelastung spielt. Darauf aufbauend können Ansätze für Trainings und Interventionen speziell für Medizinstudierende abgeleitet werden.

Diese Abschlussarbeit wird in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Gesundheitspsychologie der FAU erstellt (bitte verlinken: https://www.gesundheitspsychologie.phil.fau.de/)

 

Wahrnehmung und Erleben der interprofessionellen Zusammenarbeit in der ambulanten Versorgung aus Patientenperspektive – eine qualitative Interviewstudie

Doktorandin: Christiane Waizner

Im ambulanten Sektor übernehmen Hausärzt*innen eine zentrale Rolle bei der Versorgung chronisch kranker Patient*innen. Gerade multimorbide Patient*innen mit chronischen Erkrankungen werden oftmals von verschiedenen Akteuren des Gesundheitswesens betreut und sind auf deren interprofessionelle Zusammenarbeit angewiesen. Aber wie erleben Patient*innen derzeit ihre Gesundheitsversorgung? Findet eine Zusammenarbeit der verschiedenen Berufsgruppen statt? Was könnte verbessert werden? Diesen und anderen Fragen wird in Leitfadengestützten Online-Interviews nachgegangen. Dabei wird die Wahrnehmung und das Erleben von interprofessioneller Zusammenarbeit aus der Perspektive der Patient*innen ermittelt. Ziel der Arbeit soll dabei sein, aus Anregungen der Patient*innen ein Konzept für die ambulante Versorgung zu entwickeln.

 

„Soziale Eingebundenheit junger Ärzt*innen im Zusammenhang mit den Seminartagen Allgemeinmedizin (SemiWAM) – eine quantitative Querschnittstudie“

Doktorandin: Eva Maria Loesch

Mit der Umsetzung des §75a des SGB V zur Einrichtung von Kompetenzzentren Weiterbildung wurde erstmalig der gesetzliche Auftrag gegeben, die Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin in Qualität und Effizienz zu verbessern. Neben der inhaltlichen Qualifizierung sollen die von der Koordinierungsstelle Allgemeinmedizin angebotenen „Seminartage Weiterbildung Allgemeinmedizin“ (SemiWAM) die Identifikation als Allgemeinmediziner*in und somit die Motivation für die Vollendigung der Facharztausbildung stärken.

Mittels eines quantitativen Fragebogens soll die soziale Eingebundenheit der Seminarteilnehmenden und deren potentiellen Zusammenhänge und Einflussfaktoren erfasst und analysiert werden. Die erwarteten Ergebnisse sind im Gesamtkontext der Weiterbildung zu diskutieren, in welchem die psychologischen Grundbedürfnisse, mit besonderem Fokus auf die soziale Eingebundenheit, berücksichtigt und bestmöglich gestärkt werden sollen.

 

"Das Patientengespräch im Simulationstraining"

Doktorandin: Anna-Lena Seiler

Das vertrauensvolle Gespräch mit dem Patienten ist eine ärztliche Kernkompetenz und findet in der medizinischen Ausbildung zunehmende Beachtung. Doch wie lässt sich diese Kompetenz nachhaltig vermitteln und was macht eine gelungene Kommunikation genau aus?

Ziel dieser Arbeit ist die Exploration der häufig in diesem Kontext genannten „zwischenmenschlichen Fähigkeiten“. Inter- und Intrarollenkonflikte, welche in der beruflichen Identitätsfindung von Medizinstudierenden durchlaufen werden, sollen Gegenstand unserer Analyse sein. Die Basis hierfür liefert das Kommunikationstraining mit Simulationspatient*innen, bei welchem Studierenden Kommunikationskompetenzen mit Hilfe von Schauspieler*innen in der Patientenrolle vermittelt wird. Wir werden dieses Training autoethnographisch sowohl aus der Perspektive der Studierenden, als auch der Simulationspatientin bearbeiten.

"Welche Erfahrungen machen PJ-Lehrärzte mit Didaktikschulungen? - Eine qualitative Befragung von Hausärzten"

Doktorandin: Louisa Hecht

Durch den zunehmenden Nachwuchsmangel in der Allgemeinmedizin gewinnt das praktische Jahr (PJ) in diesem Fach an Bedeutung. Um die Qualität des praktischen Jahres zu sichern, gab es in letzter Zeit immer mehr Bestrebungen, die entsprechenden Lehrärzte mit Hilfe von Schulungen auf ihren Aufgabenbereich vorzubereiten. Ziel dieser Arbeit im Bereich der Lehr- & Didaktikforschung ist, die Erfahrungen der PJ-Lehrärzte zu sammeln, welche sie mit ebendiesen Schulungen und deren Transfer in den Praxisalltag gemacht haben. Die Ergebnisse sollen zur Optimierung der Konzeption von Didaktikschulungen genutzt werden.

"Antibiotika bei Atemwegsinfekten: Welche arzt- und patientenseitigen Faktoren sind mit einer Verordnung assoziiert? Analyse von Routinedaten der KV Bayern"

Doktorand: Frederik Woll

Bei Atemwegsinfektionen werden häufig zu viele Antibiotika verordnet. Studien zeigen, dass das Verordnungsverhalten durch ein komplexes Zusammenspiel arzt- und patientenseitiger Faktoren beeinflusst ist. Anhand von Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern soll untersucht werden, welche arzt- und patientenseitigen Faktoren mit einer Antibiotikaverordnung assoziiert sind. Besonderer Fokus liegt auf der Analyse des Faktors „Komorbidität“. Zur Vorhersage von Krankheitsverlauf und Mortalität wurden Scores entwickelt, die die Komorbidität des Patienten einschätzen sollen. Es existieren eine Vielzahl unterschiedlich Komorbiditätsscores. Es ist unklar, welcher Score sich für die Anwendung mit Routinedaten aus der ambulanten Versorgung eignet.

„Warum zum Hausarzt?“. Bedeutung des Allgemeinmediziners in der Gesundheitsversorgung des Einzelnen. Eine qualitative Studie

Doktorandin: Zawa Othmann

In einer Befragung des Gesundheitsmonitors gaben 90% an, einen Hausarzt zu haben. Wiederum 60% dieser Befragten erklärten auch bei Gesundheitsproblemen gleich ohne Konsultation des Hausarztes direkt zum Facharzt zu gehen. Welche Bedeutung hat nun der Hausarzt für die Menschen eigentlich? Ziel der Arbeit soll sein herauszufinden, welchen Stellenwert der Hausarzt in der Gesundheitsversorgung einnimmt, welche Rolle er in einem System freier Arztwahl innehat und welche Kompetenzen ihm von seinen Patienten zugeschrieben werden. Um sich diesem Thema offen und explorativ anzunähern wird ein qualitatives Studiendesign gewählt.

CONNECT (presCription Of Noaks betweeN sECTors)

Transsektorale Arzneimittelverordnung am Beispiel der oralen Antikoagulation - Antinomie oder auflösbares Problem?

Doktorandin: Lena Kukulenz

Die Verknüpfung zwischen ambulanter und stationärer Versorgung ist von großer Bedeutung, um eine optimale Patientenversorgung gewährleisten zu können. Die Schnittstelle zwischen diesen Sektoren birgt jedoch einige Hürden.

Am Beispiel der oralen Antikoagulation soll die Herausforderung von  Arzneimittelverordnungen mittels einer qualitativen Interviewstudie genauer untersucht werden.

Dafür werden Klinikärzt*innen befragt, welche Faktoren aus ihrer Perspektive die Verordnung von Arzneimitteln beeinflussen und welche Lösungsansätze denkbar wären, um eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Sektoren erreichen zu können. Die anschließende Auswertung folgt der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring.

 
Kontakt Forschung

Allgemeinmedizinisches Institut - Forschung

Dr. phil. Susann Hueber

Universitätsstr. 29
91054 Erlangen